Workshop Damongo

Die Idee
Im Dezember 1994 erreichte die ab&p ein Brief von Ursula Warder mit der Bitte, ein Projekt für Behinderte in Damongo zu unterstützen. Frau Warder war zu dieser Zeit Praktikantin bei Thomas Agongo, einem Social Welfare Officer in Ghana. Dieser hatte ursprünglich die Projektidee: Es sollte ein Workshop entstehen, in dem Behinderte im Nähen ausgebildet würden. Die selbst produzierten Waren könnten sie im Workshop verkaufen. Nach der Ausbildung sollten sie dann eine Nähmaschine erhalten und in ihr Dorf zurückkehren. Leider fehlten Thomas Agongo die nötigen Mittel zur Umsetzung seiner Idee.Ein Mitarbeiter der ab&p lernte bei einem privaten Urlaub in Ghana Frau Warder kennen und erfuhr auf diese Weise von der Idee des Workshops. Er riet ihr, für die Umsetzung des Vorhabens, die ab&p um Unterstützung zu bitten – und das tat sie schließlich.

Schneller Startschuss
die Mitgliederversammlung und der Vorstand der ab&p fanden die Idee gut und wollten das Projekt realisieren. Im Laufe des Jahres 1995 wurde der Shop auf einem Grundstück gebaut, das Mahama Bokuro der ab&p geschenkt hat. Noch im gleichen Jahr wurde der Workshop fertig gestellt. Mahama, ebenfalls schwer behindert, wurde ehrenamtlicher Mitarbeiter der ab&p.

Kampf gegen „schwarze Schafe“
Leider mussten wir aber bald feststellen, dass sich das Projekt nicht gut entwickelte – es wurde sabotiert. So wurden zum Beispiel Nähmaschinen entwendet, den Behinderten das verdiente Geld gestohlen und es gab Versuche, das Projekt zu usurpieren. Außerdem traten aufgrund verschiedener Stammeszugehörigkeiten Probleme auf.

Wir hatten Schwierigkeiten von Deutschland aus, das Projekt zu schützen und Institutionen, die das Projekt behinderten, fern zu halten. Nach vielen vergeblichen Versuchen unsererseits, den Workshop wieder in die richtige Bahn zu bringen, konnte Mahama Bokuro die Unruhen durch eine symbolische Geste stoppen: Er schrieb einen Auszug aus den Statuten der Ghana Society of the Physically Disabled (GSPD), einer großen Organisation der alle Körperbehinderten in Damongo angehören, in großen Buchstaben an die Mauer des Workshops. Erst durch dieses Zeichen wurde den Unruhestiftern wohl klar, dass eine relative starke Organisation hinter dem Projekt steht und es schützt. Die Aktion war erfolgreich, sodass die Behinderten endlich ungestört im Workshop arbeiten können.