Hotel Damongo

Nach unserer Kenntnis ist dieses Projekt einzigartig. Wir kennen kein anderes Hotel, das von Behinderten gebaut wurde und dessen Leitung allein in der Hand von Behinderten liegt.

Die Idee
Im Jahr 1995 entstand bei einem Besuch der Stadt Damongo in Ghana die Idee ein Hotel zu bauen, das allein von Behinderten geleitet wird.

Zu dieser Zeit gab es im Ort keine Übernachtungsmöglichkeiten, wir mussten in einem Hotel, das im zwanzig Kilometer entfernten Mole-Nationalpark liegt übernachten.

Diese Unbequemlichkeit brachte uns auf die Idee, dort ein Hotel zu bauen. Es sollte soweit wie möglich von den Behinderten im Ort betreut werden und die erzielten Einkünfte sollten ihnen zugute kommen. In Damongo haben sich die Blinden, die Gehörlosen und die Körperbehinderten in eigenen Selbsthilfevereinen zusammengeschlossen. Die Behinderten waren von unserem Plan begeistert, stellten aber die Durchführbarkeit in Frage, weil in Ghana viele Menschen an dem Aberglauben festhalten, dass Behinderte Unglück brächten. Werden in einem Hotel, das von Behinderten geführt wird, überhaupt Gäste übernachten oder wird das Projekt an dem Aberglauben der Menschen scheitern? – Diese Fragen beschäftigten uns. Trotz dieser Bedenken, entschieden wir uns aber für die Verwirklichung des Projekts. Nach sorgfältiger Planung konnte im Jahr 2001 endlich mit dem Bau des Hotels begonnen werden.

Bau mit Überraschungen
Es stellte sich heraus, dass das Grundstück, das wir für den Bau vorgesehen hatten, nicht geeignet war. Aber der Chief von Damongo half uns und stellte kostenlos ein anderes Grundstück zur Verfügung, das sich aufgrund seiner Lage mitten im Stadtzentrum hervorragend für unser Vorhaben eignete. Nachdem wir von mehreren Bauunternehmern Kostenvoranschläge erhalten hatten, beauftragten wir schließlich einen mit der Ausführung. Unser Konzept hatte sich inzwischen etwas geändert: Wir bauten jetzt einen großen Konferenzraum mit Podium, ein Restaurant, eine Küche mit separatem Vorratsraum, ein Büro und fünf Doppelzimmer.

Durch widrige Umstände wurde der Bau verzögert, aber im April 2005 war das Gästehaus schließlich fertig.

Bei einem unserer Projektbesuche stellten wir fest, dass der körperbehinderte Mahama Bokuro, Apotheker von Beruf, der selbst in einem Lehmhaus wohnt, den Bauunternehmer aus Kostengründen – ohne unser Wissen – entlassen hatte. Herr Bokuro hatte alles mit einigen Männern und Frauen aus Damongo selbst gebaut. Das Hotel erhielt daraufhin seinen Namen: Mahama Guesthouse.

Ein Komitee, bestehend aus Körper- und Hörbehinderten übernahm die Leitung des Hotels und bestimmt jetzt u.a. über die Einnahmen, die aus dem Hotelbetrieb gewonnen werden.

Elizabeth Adu Fosuah, die Präsidentin der Frauen der „Ghana Society of the Physically Disabled“, arbeitet ehrenamtlich als afrikanischer Co-ordinator der ab&p in Ghana. Frau Adu Fosuah übernimmt u.a. die Auswahl und Schulung des Hotelpersonals. Da sie selbst ein Hotel in Kumasi leitet, bringt sie viel Erfahrung in diesem Bereich mit.

Die ersten Gäste
Seine Feuertaufe hat das Gästehaus schon vor seiner offiziellen Eröffnung bestanden: noch im Rohbau waren die fünf Doppelzimmer bereits an chinesische Gastarbeiter vermietet worden. Als wir im April 2005 zu Besuch in Damongo waren, war das Hotel mit 135 Seminarteilnehmern absolut überbelegt. Die Behinderten hatten viel improvisieren müssen, um die 135 Gäste aufnehmen und versorgen zu können: die Küche war nach draußen verlegt worden, um Platz zu schaffen und da die Wasserversorgung dem Ansturm nicht gewachsen war, brachte die Feuerwehr das Wasser. Die fünf Doppelzimmer reichten bei weitem nicht aus, sodass die Gäste auch auf den Gängen und in der Konferenzhalle schliefen.

Das Mahama Guesthouse muss weiter ausgebaut werden und das zeigt, dass das Projekt, entgegen der anfänglichen Bedenken, ein voller Erfolg geworden ist. Wir konnten zahlreiche Arbeitsplätze für Behinderte schaffen. Um die Verständigung zwischen den Mitarbeitern zu fördern, haben wir einen Lehrer eingestellt und inzwischen haben alle im Hotel Beschäftigten die Zeichensprache erlernt. Die Kommunikation mit den Hörbehinderten, die vorher nicht möglich war, funktioniert jetzt hervorragend.

Im April 2005 übergab die ab&p das Gasthaus den Behinderten und Ende 2005 wurde das Projekt abgeschlossen.

Bericht im www.ghanaweb.com: Regional News of Friday, 23 December 2005

Guesthouse for People with Disabilities

Damongo (NR), Dec. 23, GNA – Alhaji Abubakar Saddique Boniface, Northern Regional Minister on Thursday formally inaugurated a 1.2 billion cedis guesthouse in Damongo in the West Gonja District, built for People With Disability (PWD) to generate income for them. The five-bedroom guesthouse (Mahama Guest House) is the brainchild of Mr Sampson Mahama Bokuro, a person with disability from Damongo, who sought funding from AB&P, a German-based NGO.

The guesthouse also has a restaurant, drinking bar, conference hall and a recreational centre and has employed some of the people with disabilities including a sign language interpreter to train and interpret to the rest of the staff.

Alhaji Boniface described the facility as a relief to some of the people living with disability in the West Gonja District, since it would generate income for them to improve their living standards. He advised authorities and workers of the House to always keep the facility clean and let their prices be moderate to attract customers. The West Gonja District chairman of the Ghana Society of the Physically Challenged Mr Sampson Mahama Bokuro, said proceeds from the facility would be used to purchase wheel chairs, sewing machines and other income generating materials to assist members of PWD in the country.

He said the mission of AB&P is to help people with special needs and that the NGO gave seed money for the set up of the facility, which enabled him to use his own blocks for the building. Mr Mahama said apart from the building, the NGO had helped the Society in many ways in the three Northern regions.

He mentioned the setting up of food processing centres equipped with machines at Paga in the Upper East Region and Nadowli in the Upper West Region to help those there to process their own food. He said similar assistance had been extended to those in Bolgatanga, Wa and other areas of the north to learn batik tie and dye, weaving, biscuit and macaroni preparation and equipped them with machines for groundnuts and shea butter processing. Mr Mahama appealed to the government and the public particularly, building contractors to consider the plight of the PWDs and factor them in when they construct building to give equal access to them. He thanked AB&P for the gesture and appealed to the government to pass the Disability Bill currently before Parliament to help improve the lives of the People With Disabilities.


Source: GNA